Online auf Radsport wetten: Anbieter, Regeln und Tour-Quoten im Überblick

Updated Oktober 2026
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Stand: Oktober 16, 2026 · Geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Stand 2. Oktober 2026.

Radsport ist die Sportart, in der sich die Quote am stärksten am Profil des Rennergebnisses bricht. Eine Etappe ist 200 Kilometer lang, der Sieger kommt aus einer Gruppe von vielleicht vier Fahrern, und der Buchmacher weiß das. Die Quoten, die ein Anbieter auf den Tagessieger stellt, spiegeln genau diese Knappheit wider – und genau hier sitzt die Marge, die jeder Wettanbieter auf jeden Markt legt. Wer in Deutschland auf Radsport wetten will, hat dazu nur einen eingegrenzten Weg: Anbieter mit GGL-Erlaubnis, festgelegte Live-Wetten, ein übergreifendes Einzahlungslimit von 1.000 € pro Monat und keine Werbung mit aktiven Sportlern.

Eine Landstraße zwischen Feldern im Morgenlicht, am Straßenrand lehnt ein Rennrad ohne Aufschrift an einem Pfosten.
Zu den Frühjahrsklassikern im Radsport zählen Lüttich–Bastogne–Lüttich (seit 1892), Paris–Roubaix (seit 1896) und Mailand–San Remo (seit 1907).

Rechtslage: Was in Deutschland erlaubt ist und was nicht

Die Rechtsgrundlage für Sportwetten in Deutschland ist seit dem 1. Juli 2021 der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021). Sportwetten im Internet dürfen danach nur Anbieter vermitteln, die eine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) besitzen. Die GGL mit Sitz in Halle (Saale) führt die bundesweite Whitelist (§ 9 Abs. 8 GlüStV), die einzige verlässliche Quelle, um die Erlaubnis eines Anbieters zu prüfen.

Die Whitelist vom 2. Oktober 2026 listet 30 Einträge: 27 Veranstalter mit Sportwetten-Erlaubnis, davon zwei zusätzlich mit Pferdewetten-Erlaubnis, sowie drei reine Pferdewetten-Veranstalter. Jede zugelassene Domain ist eine .de-Domain, aber eine .de-Domain allein beweist noch keine Erlaubnis. Eine erste Erlaubnis läuft fünf Jahre; die Whitelist weist nur das Datum der Erteilung aus, kein Enddatum. Für die hier besprochenen zehn Anbieter heißt das: Jede Domain, die auf der Whitelist mit einer Sportwetten-Erlaubnis geführt wird, darf Sportwetten annehmen – auf der Domain, die dort genannt ist, und nur dort. Eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele, Poker oder Casino gilt nicht automatisch für das Sportwettenangebot.

Ein leerer Wettschein aus Papier liegt neben einer Trinkflasche und einem Stift auf einem Tisch.
Die UCI WorldTour wird seit dem Jahr 2011 vom Radsport-Weltverband UCI veranstaltet und gilt als Nachfolgeserie der gescheiterten UCI ProTour.

Was gewettet werden darf, regelt § 21 GlüStV: Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon, als Einzel- oder Kombiwette. Verboten sind Wetten auf Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren (GGL-Praxis: Fußball unterhalb der 3. Liga zählt als Amateur), auf manipulationsanfällige Ereignisse und auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. E-Sports ist nach GGL-Auffassung kein Sport; lizenzierte E-Sports-Wetten gibt es in Deutschland nicht. Auf soziale oder politische Ereignisse darf nicht gewettet werden. Auszahlungen erfolgen erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses.

Was bedeutet das konkret für eine Wette auf die Tour de France? Lizenzierte Anbieter dürfen Quoten auf Etappensieger, Gesamtsieger und Trikotwertungen anbieten. Klassiker wie Lüttich–Bastogne–Lüttich, Paris–Roubaix oder Mailand–San Remo fallen ebenfalls unter den § 21. Kombinieren lassen sich diese Wetten untereinander und mit anderen Sportarten. Was nicht geht: Wetten auf einzelne Rennkilometer, auf den nächsten Sturz im Feld oder auf Ausreißer während einer Etappe – solche Mikromärkte kennen die GGL-Regeln nicht.

Livewetten: Eingeschränkt auf Endergebnis und seltene Ereignisse

§ 21 Abs. 4 GlüStV regelt Livewetten strikt: Während eines laufenden Ereignisses darf nur auf das Endergebnis gewettet werden – oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Beim Fußball ist das „nächste Tor“ erlaubt, beim Tennis der „nächste Satz“. Beim Basketball der „nächste Korb“ nicht, beim Tennis der „nächste Punkt“ nicht, weil diese Ereignisse zu häufig vorkommen.

Ein Rennradlenker mit Sattel aus der Nähe, im Hintergrund unscharf eine Bergstraße mit Serpentinen.
Die Tour de France wurde erstmals 1903 ausgetragen, Start war am 1. Juli in Montgeron bei Paris; Veranstalter ist seit 1992 die Amaury Sport Organisation (ASO).

Für Radsport heißt das: Während einer Etappe, die drei bis sechs Stunden dauert, sind Livewetten fast nur auf den Tagessieger und die Gesamtplatzierung möglich. Märkte auf den nächsten Ausreißer, die nächste Bergwertung oder den Rückstand eines Favoriten im Klassement sind in Deutschland nicht erlaubt. Anbieter mit GGL-Erlaubnis zeigen diese Märkte in ihrem Wettprogramm daher schlicht nicht. Anbieter ohne deutsche Erlaubnis bieten sie an – aber dann fehlt Aufsicht, OASIS-Anbindung und der deutsche Rechtsweg.

Cash-out: Keine gesetzliche Regel, nur Anbieterfunktion

Zum Cash-out – dem vorzeitigen Ausstieg aus einer offenen Wette – findet sich weder im GlüStV noch in der GGL-Praxis eine eigene Regel. Cash-out ist eine reine Anbieterfunktion, die jeder Wettanbieter in seinen AGB frei gestaltet. Üblich ist, dass der Buchmacher den Wert der Wette zu einem selbst berechneten Kurs anbietet und der Spieler annimmt oder ablehnt. Beim Betway-Cash-out etwa erscheint unter „Meine Wetten“ ein grünes Symbol, das den aktuellen Wert anzeigt; ausgezahlt werden kann der gesamte Betrag oder ein Teil. Der Wert hängt vom aktuellen Rennergebnis ab – bei einer Etappe, in der der gewettete Fahrer eine Minute Rückstand hat, fällt der Cash-out-Kurs entsprechend.

Folgen der fehlenden Erlaubnis: Was passiert bei Offshore-Anbietern

Bietet ein Anbieter ohne deutsche GGL-Erlaubnis Wetten auf Personen in Deutschland an, ist das unerlaubtes Glücksspiel (§ 4 Abs. 1 GlüStV). Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat in Deutschland keine Bedeutung. Die GGL warnt ausdrücklich vor illegalen Angeboten: Am 17. September 2026 hat sie Verbraucherinnen und Verbraucher vor der Teilnahme an solchen Angeboten gemahnt.

Strafrechtlich ist das Organisieren solcher Wetten nach § 284 StGB mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bedroht, das Werben dafür nach § 285 StGB mit bis zu einem Jahr. Die Teilnahme an einer unerlaubten Wette kann nach § 285 StGB mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe geahndet werden – wobei Strafverfolgungen gegen einzelne Spielerinnen und Spieler in der Praxis nicht etabliert sind. Zivilrechtlich haben deutsche Gerichte in mehreren Fällen unerlaubt agierende Anbieter zur Rückzahlung der Einsätze verpflichtet. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob die EU-Dienstleistungsfreiheit einer solchen Rückzahlung entgegensteht; der Kläger fordert von Tipico über 3.700 € aus Verlusten der Jahre 2013 bis 2018. In seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) hält es Generalanwalt Nicholas Emiliou grundsätzlich für möglich, unerlaubte Anbieter zur Rückzahlung zu verpflichten – sofern Behörden die Lizenzpflicht nicht ausgesetzt haben. Eine Garantie, dass jeder Spieler sein Geld zurückbekommt, ist das nicht. Wer bei einem Offshore-Anbieter wettet, spielt ohne OASIS-Schutz, ohne LUGAS-Limit und ohne deutsche Aufsicht.

Spielerschutz: Altersgrenze, OASIS, LUGAS und das 1.000-€-Limit

Spielerschutz im GlüStV 2021 betrifft Radsport-Wetten genauso wie Fußball- oder Tennis-Wetten – und in mancher Hinsicht sogar stärker, weil eine Rundfahrt drei Wochen dauert und der Spieltrieb in dieser Zeit ständig neue Anlässe findet. Was die Regeln vorsehen:

Was das für Radsport-Wetten bedeutet: Wer auf die Tour de France wettet, gibt unter Umständen an zwanzig Etappentagen plus drei Wochen Gesamtwertung mehrere Wetten pro Tag ab. Das 1.000-€-Limit pro Monat zählt jeden Einsatz einzeln. Wer Ende Juli auf eine Etappe wettet, hat möglicherweise schon den größten Teil des Monatslimits verbraucht. Die LUGAS-Limitdatei sorgt dafür, dass ein Konto bei einem zweiten Anbieter nicht einfach weiteres Limit eröffnet. Offshore-Anbieter sind weder an OASIS noch an LUGAS angeschlossen – ein höheres Limit ist dort möglich, aber eben ohne jede Aufsicht.

Radsport verstehen: Disziplinen, Saison und Wettkalender

Radsport umfasst mehr als die Tour de France. Straßenradsport, Bahnradsport, Mountainbike, Cyclocross, BMX, Kunstradfahren, Radball und Radpolo zählen dazu. Lizenzierte Wettanbieter in Deutschland decken davon hauptsächlich den Straßenradsport ab: die WorldTour-Rennen, die Grand Tours, die Frühjahrsklassiker und die großen Eintagesrennen. Bahnradsport-Wetten oder BMX-Wetten finden sich im Programm, sind aber selten und stark saisonabhängig.

Saisonverlauf: Frühjahrsklassiker, WorldTour und Grand Tours

Der Radsport-Kalender hat eine klare Form. Die Frühjahrsklassiker stehen am Anfang: Lüttich–Bastogne–Lüttich gibt es seit 1892, Paris–Roubaix seit 1896, Mailand–San Remo seit 1907. Diese Eintagesrennen sind im März und April die erste große Wettgelegenheit des Jahres – und gleichzeitig der erste Stresstest für die Quoten der Anbieter, weil die Favoritenlage eng ist.

Danach beginnt die WorldTour-Saison im engeren Sinn. Die UCI WorldTour löst seit 2011 die gescheiterte UCI ProTour ab und umfasst in der laufenden Saison 36 Rennen. Die WorldTour ist das Spielfeld, auf dem die Buchmacher Quoten anbieten – Etappensieger, Gesamtsieger, Punktewertung, Bergwertung, Nachwuchswertung.

Im Sommer folgen die drei Grand Tours: Giro d’Italia im Mai, Tour de France im Juli, Vuelta a España im August. Die Tour de France, erstmals 1903 ausgetragen mit Start am 1. Juli in Montgeron bei Paris, ist seit 1992 in der Hand der Amaury Sport Organisation (ASO). Heute nehmen etwa 21 bis 22 Profimannschaften teil, darunter 18 UCI WorldTeams. Seit 2018 besteht jedes Team aus acht Fahrern, davor waren es neun. Meist stehen nach dem Grand Départ zwanzig Etappen auf dem Programm.

Wertungen und Märkte bei der Tour de France

Die Tour de France hat vier Wertungen, die Wettanbieter als eigene Märkte führen:

Hinzu kommen Etappensieger-Wetten, bei denen jede der rund zwanzig Etappen als eigenes Ereignis im Wettprogramm steht. Bei einer dreiwöchigen Rundfahrt sind das weit über hundert Einzelmärkte pro Anbieter.

Wie die Marge im Radsport-Markt entsteht

Jede Wettquote enthält eine Marge des Anbieters. Sie ist der Teil des Einsatzes, den der Buchmacher im Durchschnitt behält – über alle möglichen Ausgänge eines Marktes hinweg. Die Auszahlungsquote (Quotenschlüssel) ist das Gegenstück: der Anteil der Einsätze, den der Markt an die Spielenden zurückgibt.

Rechenbeispiel: Ein Buchmacher bietet auf einen Etappensieger die Quote 1,90 auf Fahrer A und 1,90 auf Fahrer B an. Dann beträgt die Auszahlungsquote 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 0,526, also 52,6 %. Die Marge ist 100 % minus 52,6 %, also 47,4 %. Bei einem Ausgang gewinnen die Spielerinnen und Spieler, die auf den Sieger gesetzt haben, zum Kurs 1,90; die anderen verlieren ihren Einsatz. Im Durchschnitt über viele Wetten behält der Anbieter 47,4 Cent pro eingesetztem Euro.

Das ist eine hohe Marge – deutlich höher als bei Fußball-1X2-Märkten, wo 5 bis 8 % üblich sind. Der Grund: Ein Radsport-Etappensiegermarkt hat oft nur zwei oder drei realistische Favoriten, und der Buchmacher kann die Quoten enger stellen, weil er weniger Ausgänge abdecken muss. Bei Kombiwetten multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Beine, aber auch die Margen: Eine Kombi aus vier Beinen mit jeweils 6 % Marge hat ungefähr 22 % kombinierte Marge. Die Auszahlung fällt im Durchschnitt geringer aus, je mehr Beine kombiniert werden.

Sportwettensteuer: 5,3 % auf den Einsatz abzüglich der Steuer (rund 5 % des eingezahlten Betrags)

Die Sportwettensteuer ist in den §§ 17-25 RennwLottG geregelt. Sie beträgt 5,3 % – aber die Bemessungsgrundlage ist nicht der Einsatz, sondern der Einsatz abzüglich der Steuer selbst. Wer 100 € einzahlt, hat eine Steuerbasis von 100 / 1,053 = 94,97 €, die Steuer darauf sind 5,03 €. Praktisch bedeutet das: Bei einem 100-€-Einsatz fließen rund 5,03 € an das Finanzamt.

Die Steuer schuldet der Veranstalter der Wette, nicht die Spielenden (§ 19 RennwLottG). Ob und wie der Anbieter sie an die Kundschaft weitergibt, ist seine Sache. Manche Anbieter ziehen die Steuer direkt vom Einsatz ab, andere reduzieren die Quoten, andere bieten eine „0 % Wettsteuer“ – dann trägt der Anbieter die Steuer selbst. Welche Lösung ein Anbieter wählt, ergibt sich nur aus seinen AGB; eine pauschale Aussage „die Steuer wird vom Einsatz abgezogen“ gilt für keinen der zehn hier besprochenen Anbieter allgemein.

Die Steuer fällt auch bei unlizenzierten Anbietern an: Wer die Steuer entrichtet, ist deshalb nicht automatisch im Besitz einer GGL-Erlaubnis. Die Whitelist ist und bleibt das einzige verlässliche Prüfmerkmal.

GGL-lizenzierte Wettanbieter für Radsport im Vergleich

Die folgende Übersicht vergleicht zehn Anbieter, die am 2. Oktober 2026 mit einer Sportwetten-Erlaubnis auf der GGL-Whitelist standen. Welche Quoten ein Anbieter auf eine bestimmte Etappe oder einen Klassiker stellt, hängt vom eigenen Wettprogramm ab und ändert sich täglich; die Tabelle hält deshalb die Rahmendaten fest, die sich nicht täglich ändern: den Whitelist-Status, den Erlaubnisinhaber und das Datum der Ersterlaubnis.

Anbieter GGL-Whitelist-Status Erlaubnisinhaber Ersterlaubnis Sportwetten
Sportwetten.de Erlaubt NetX Betting Limited, Birkirkara (Malta) 19.11.2020
AdmiralBet Erlaubt Greentube Betting Malta Limited 09.10.2020
ODDSET Erlaubt ODDSET Sportwetten GmbH 18.11.2020
bwin Erlaubt bwin (Deutschland) Limited, Gzira (Malta) 02.11.2020
Betway Erlaubt Betway Limited 09.03.2021
MERKUR BETS Erlaubt Merkur Bets Malta Limited, St. Julian’s (Malta) 06.11.2023
NEO.bet Erlaubt Greenvest Betting Limited 09.10.2020
bet365 Erlaubt Hillside (Europe) ENC, Ta’Xbiex (Malta) 09.10.2020
Interwetten Erlaubt Interwetten Gaming Limited, Sliema (Malta) 02.11.2020
Bet3000 Erlaubt I.B.C. Sportsbetting Limited, Sliema (Malta) 22.04.2026

Die Tabelle zeigt, dass die meisten Anbieter ihre Ersterlaubnis zwischen Oktober und November 2020 erhalten haben – in der ersten Welle, in der die GGL die ersten Lizenzen ausstellte. ODDSET fällt mit einer GmbH-Struktur auf, alle anderen sind Limited-Gesellschaften mit Sitz in Malta. Bet3000 ist mit dem 22. April 2026 der jüngste Eintrag und wurde erst in diesem Jahr erstmals erlaubt.

Was die Tabelle nicht zeigt: Welche Radsport-Märkte ein Anbieter tatsächlich anbietet, ob er die Tour de France als Ganzes im Programm hat oder nur die Gesamtwertung, wie tief die Etappenquoten gestaffelt sind und ob es Spezialmärkte auf Trikots oder Sprintwertungen gibt. Das ist Sache des jeweiligen Wettprogramms und ändert sich von Saison zu Saison. Wer auf eine bestimmte Etappe wetten will, prüft das Wettprogramm des Anbieters am Tag des Rennens.

Sportwetten.de – breites Programm, junges Erlaubnisdatum

Sportwetten.de wird laut GGL-Whitelist von der NetX Betting Limited mit Sitz in 170 Pater House, Level 1 (Suite A168), Psaila Street, Birkirkara, Malta betrieben. Die Ersterlaubnis für die Domain datiert auf den 19. November 2020, eine Folgeerlaubnis wurde am 16. Dezember 2022 erteilt. Damit gehört Sportwetten.de zur ersten Welle der GGL-lizenzierten Anbieter. Welche Radsport-Märkte der Anbieter konkret im Programm hat, variiert nach Saison; im WorldTour-Kalender sind die großen Rundfahrten in der Regel abgedeckt, mit Etappensieger-, Gesamt- und Trikotwertungen.

Der Markenname ist identisch mit der Domain – das Unternehmen heißt Sportwetten.de und tritt unter dieser einen Bezeichnung auf. Wer ein Konto eröffnet, geht ein Vertragsverhältnis mit der NetX Betting Limited ein, die auf Malta sitzt. Für die Frage, ob eine Lizenz besteht, ist das einerlei: Die Whitelist führt die Domain, und das ist der maßgebliche Anker.

AdmiralBet – Erlaubnis mit drei Erteilungsdaten

AdmiralBet steht mit der Domain Admiralbet.de auf der GGL-Whitelist. Betreiberin ist die Greentube Betting Malta Limited. Die Erlaubnis für die Domain wurde am 9. Oktober 2020 erstmals erteilt; Folgeerlaubnisse datieren auf den 13. Dezember 2022 und den 29. Juli 2024. AdmiralBet ist damit einer der Anbieter, deren Erlaubnis mehrfach verlängert wurde – ein Hinweis auf eine längere Marktpräsenz im lizenzierten deutschen Markt. Für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de besteht eine separate Erlaubnis seit dem 28. September 2022. Diese Casino-Erlaubnis sagt nichts über das Sportwettenangebot aus.

ODDSET – deutscher Veranstalter mit RP-Darmstadt-Bescheid

ODDSET hebt sich von den übrigen Anbietern ab: Hier ist der Erlaubnisinhaber eine deutsche GmbH, die ODDSET Sportwetten GmbH. Die Erlaubnis für die Domain Oddset.de wurde vom Regierungspräsidium Darmstadt mit Bescheid vom 15. Dezember 2022 erteilt – das RP Darmstadt war eine der beiden Erlaubnisbehörden, bevor die GGL ihre Arbeit vollständig aufnahm. Die Aufsicht über ODDSET liegt heute bei der GGL in Halle. Die Domain Oddset.de ist seit dem 18. November 2020 mit einer Sportwetten-Erlaubnis auf der Whitelist geführt, die Folgeerlaubnis datiert auf den 15. Dezember 2022. Damit ist ODDSET einer der wenigen Anbieter mit einer deutschrechtlich erteilten Erlaubnis und einer GmbH als Vertragspartner.

bwin – großer Name mit Malta-Gesellschaft

bwin wird auf der GGL-Whitelist von der bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta geführt. Die Ersterlaubnis datiert auf den 2. November 2020, eine Folgeerlaubnis wurde am 23. Dezember 2022 erteilt. Die bwin-Marke gehört zu einem der größten Wettanbieter Europas; für den deutschen Markt ist die Deutschland-Gesellschaft verantwortlich. Welche Radsport-Tiefe das Wettprogramm hat, ist Sache der laufenden Saison. Die bwin-Gruppe betreibt auch andere Domains, die nicht alle auf der Whitelist stehen – geprüft wird immer die einzelne Domain, nicht der Markenname.

Betway – Cash-out im eigenen Wettkonto

Betway wird von der Betway Limited betrieben, mit Ersterlaubnis am 9. März 2021 und Folgeerlaubnis am 23. Dezember 2022. Eine Besonderheit ist das Cash-out-Verfahren: Unter „Meine Wetten“ erscheint ein grünes Symbol, das den aktuellen Wert der offenen Wette anzeigt. Die Spielerin oder der Spieler kann den gesamten Betrag oder einen Teil davon auszahlen lassen. Zusätzlich bietet Betway einen Wettkonfigurator für Fußballspiele; der Konfigurator+ kombiniert Auswahlen aus verschiedenen Partien. Für Radsport ist der Konfigurator weniger relevant, weil Radsport-Ereignisse sich weniger für Mehrfachauswahlen aus einer Partie eignen als Fußballspiele. Cash-out auf Etappensieger ist aber möglich, wenn der Anbieter die Funktion für den laufenden Markt anbietet.

MERKUR BETS – Erlaubnis seit 2023

MERKUR BETS wird laut GGL-Whitelist von der Merkur Bets Malta Limited mit Sitz in Level 3, St Julians Business Centre, Triq Elija Zammit, STJ 3155, St. Julian’s, Malta, betrieben. Die Ersterlaubnis für die Domain MERKUR BETS datiert auf den 6. November 2023 – deutlich später als bei den meisten Mitbewerbern. Die MERKUR-Marke steht in Deutschland vor allem für Spielhallen; der Online-Sportwetten-Auftritt ist jünger und entsprechend weniger etabliert. Für Radsport-Fans heißt das: Das Wettprogramm kann, muss aber nicht alle WorldTour-Rennen abdecken. Wer auf eine bestimmte Etappe wetten will, prüft das Programm vorab.

NEO.bet – Wettanbieter aus der ersten Stunde

NEO.bet wird von der Greenvest Betting Limited betrieben, mit Ersterlaubnis am 9. Oktober 2020 und Folgeerlaubnis am 22. Dezember 2022. Die Domain NEO.bet ist damit eines der ersten Zugnummern im lizenzierten deutschen Markt. NEO.bet positioniert sich eher im Sportwetten-Segment und weniger als Casino-Anbieter – ein Aspekt, der für Radsport-Wetten, die keine Casino-Komponenten haben, ohne Belang ist.

bet365 – großer britischer Anbieter mit Malta-Holding

bet365 wird auf der GGL-Whitelist von der Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta, geführt. Die Ersterlaubnis datiert auf den 9. Oktober 2020, eine Folgeerlaubnis wurde am 27. Dezember 2022 erteilt. bet365 ist einer der wenigen Anbieter, die im Radsport-Programm traditionell eine hohe Tiefe anbieten – Etappensieger, Gesamtsieger, Head-to-Head-Vergleiche und gelegentlich Spezialmärkte auf Trikotwertungen. Welche Tiefe in der laufenden Saison tatsächlich verfügbar ist, muss vor jeder Wette im aktuellen Wettprogramm geprüft werden; die Quoten selbst werden hier nicht bewertet.

Interwetten – österreichische Wurzeln, Malta-Sitz

Interwetten wird von der Interwetten Gaming Limited mit Sitz in Tigne‘ Point, Sliema, Malta, betrieben. Die Ersterlaubnis für die Domain Interwetten.de datiert auf den 2. November 2020, eine Folgeerlaubnis wurde am 27. Dezember 2022 erteilt. Interwetten kommt aus dem österreichischen Wettmarkt und ist dort seit Jahrzehnten etabliert; für Deutschland ist die Malta-Gesellschaft verantwortlich.

Bet3000 – jüngster Erlaubnisinhaber im Feld

Bet3000 wird laut GGL-Whitelist von der I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Lyons Range Court, Flat Nr. 1, Triq Bisazza, SLM 1640, Sliema, Malta, betrieben. Die Ersterlaubnis für die Domain Bet3000.de wurde am 22. April 2026 erteilt – der jüngste Erstdatum im gesamten Feld der zehn hier besprochenen Anbieter. Damit ist Bet3000 erst seit wenigen Monaten mit einer deutschen Sportwetten-Erlaubnis ausgestattet. Welche Radsport-Tiefe das Wettprogramm in der laufenden Saison bietet, hängt vom eigenen Ausbau ab und muss vor jeder Wette geprüft werden.

Wer auf Radsport wettet – und was es kostet

Wer auf Radsport wettet, ist meist kein Gelegenheitswetter. Eine Etappe dauert Stunden, der Ausgang ist nicht vorhersehbar, und die Quoten sind eng. Wer trotzdem wettet, sollte drei Dinge im Blick haben.

Erstens: das 1.000-€-Monatslimit. Das LUGAS-Einzahlungslimit zählt über alle Anbieter hinweg. Wer im Juli auf zwanzig Tour-Etappen wettet, hat möglicherweise schon vor der Hälfte des Monats das Limit erreicht. Eine Erhöhung auf bis zu 10.000 € ist nur mit nachprüfbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit möglich; eine Selbsterklärung reicht nicht.

Zweitens: die Marge. Eine 1,90/1,90-Wette hat eine Auszahlungsquote von etwa 52,6 % – der Buchmacher behält 47,4 % des Einsatzes. Das ist deutlich mehr als bei Fußball-1X2-Märkten. Wer auf mehrere Beine kombiniert, gibt weitere Marge dazu: Eine Vierer-Kombi mit jeweils 6 % Marge hat ungefähr 22 % kombinierte Marge. Der Gewinn, der sich aus der Multiplikation der Einzelquoten ergibt, wird im Durchschnitt durch diese kombinierte Marge geschmälert.

Drittens: die Livewetten-Beschränkung. Während einer Etappe darf in Deutschland nur auf das Endergebnis gewettet werden. Märkte auf den nächsten Ausreißer, die nächste Bergwertung oder den Rückstand eines Favoriten sind nicht erlaubt. Cash-out ist eine Anbieterfunktion und keine Wette; wer vor dem Ende aussteigen will, prüft, ob der Anbieter Cash-out für den laufenden Markt anbietet.

Häufige Fragen zum Radsport-Wetten

Wie wettet man auf Radsport, und bei welchen Anbietern ist das in Deutschland erlaubt?

Radsport-Wetten in Deutschland sind nur bei Anbietern mit GGL-Erlaubnis zulässig. Die GGL-Whitelist führt aktuell 27 Veranstalter mit Sportwetten-Erlaubnis; die Domain, nicht der Markenname, ist der maßgebliche Prüfpunkt. Wer bei einem nicht gelisteten Anbieter wettet, spielt ohne deutsche Aufsicht und ohne OASIS- oder LUGAS-Anbindung.

Welche Wettarten gibt es bei der Tour de France, etwa Etappensieger, Gesamtsieger oder Trikotwertungen?

Lizenzierte Anbieter bieten Etappensieger-Wetten für jede der rund zwanzig Etappen, Gesamtsieger-Wetten auf das Gelbe Trikot, sowie Wetten auf Bergwertung (Gepunktetes Trikot), Punktewertung (Grünes Trikot) und Nachwuchswertung (Weißes Trikot) an. Welche Tiefe das Programm im Einzelfall hat, hängt vom Anbieter ab und muss im Wettprogramm geprüft werden.

Welche Livewetten sind bei einem laufenden Radrennen in Deutschland zulässig, und wie funktioniert Cash-out?

Während eines laufenden Radrennens sind Livewetten in Deutschland nur auf das Endergebnis erlaubt (§ 21 Abs. 4 GlüStV). Mikromärkte wie „nächster Ausreißer“ oder „nächste Bergwertung“ sind nicht zulässig. Cash-out ist keine Wette, sondern eine Anbieterfunktion, bei der der Buchmacher den Wert der offenen Wette zu einem selbst berechneten Kurs anbietet; die Spielerin oder der Spieler nimmt an oder lehnt ab.

Wie berechnet sich die Auszahlung bei einer Gesamtsieg-Wette mit der Quote 8,00 und 5 € Einsatz?

Bei einer Quote von 8,00 und einem Einsatz von 5 € beträgt die Brutto-Auszahlung 5 € × 8,00 = 40,00 €. Davon ist der Einsatz von 5 € abzuziehen, der Nettogewinn liegt also bei 35,00 €. Hinzu kommt die Wettsteuer in Höhe von 5,3 % des Nettoeinsatzes (rund 0,25 €), sofern der Anbieter sie vom Einsatz abzieht – wie der Anbieter die Steuer behandelt, ergibt sich aus seinen AGB.

Was zeigt die GGL-Whitelist, und warum sind OASIS und das Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat für Radsport-Wetten relevant?

Die GGL-Whitelist (§ 9 Abs. 8 GlüStV) ist die einzige verbindliche Quelle, um zu prüfen, ob ein Anbieter eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis hat. OASIS ist die bundesweite Sperrdatei, die bei Registrierung und Login abgefragt wird; wer dort steht, kann bei keinem lizenzierten Anbieter mehr spielen. Das 1.000-€-Monatslimit gilt über alle Anbieter hinweg und zählt jeden Einsatz einzeln – bei einer dreiwöchigen Rundfahrt mit täglichen Etappenwetten kann das Limit vor Monatsende erschöpft sein.

Wie wirkt sich die Sportwettensteuer von 5,3 % auf Quoten bei Radsport aus?

Die Steuer von 5,3 % wird nach §§ 17-25 RennwLottG auf den um die Steuer selbst reduzierten Einsatz berechnet; bei 100 € Einsatz sind das rund 5,03 €. Die Steuer schuldet der Veranstalter, nicht die Spielenden. Wie der Anbieter sie weitergibt, ist Sache seiner AGB: Manche ziehen sie vom Einsatz ab, andere reduzieren die Quoten, andere tragen sie selbst und werben mit „0 % Wettsteuer“. Welche Lösung ein Anbieter wählt, muss in dessen Geschäftsbedingungen geprüft werden.

Inhalt erstellt vom Team «wettbonusinfo»