Wettanbieter ohne Wettsteuer 2026: Wer die 5,3-%-Regel tatsächlich schluckt
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Stand: Oktober 16, 2026 · Geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL, Stand 2. Oktober 2026).

Die Sportwettensteuer ist 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ – also rund 5,03 % des ausgezahlten Betrags. Geschuldet wird sie vom Veranstalter der Wette, nicht von der spielenden Person. Ob und wie sie beim Spielenden ankommt, entscheidet jeder Anbieter selbst. Genau diese Entscheidung trennt „Wettanbieter ohne Wettsteuer“ von solchen, die sie beim Gewinn, beim Einsatz oder bei der Quote abziehen.
„Ohne Wettsteuer“ ist in Deutschland kein rechtlicher Begriff, sondern eine Marketingaussage. Sie heißt: Der Anbieter verzichtet darauf, die Steuer sichtbar an die spielende Person weiterzugeben. Erreicht wird das über drei Hebel – den Einsatz, die Quote oder den Gewinn – oder über das schlichte Tragen. Wer das tut, ist auf der Whitelist der GGL ebenso zu finden wie diejenigen, die einen Abzug ausweisen. Beide Gruppen stehen in diesem Vergleich.
Die Rechtslage: Wer die Steuer schuldet und warum sie nicht wegfällt
Die Wettsteuer beruht auf den §§ 16 bis 25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes (RennwLottG). § 19 stellt klar: Steuerschuldner ist der Veranstalter. Wer bei einem in Deutschland lizenzierten Anbieter spielt, sieht die Steuer also nie als Posten auf einer behördlichen Abrechnung – sie ist eine Angelegenheit zwischen Anbieter und Finanzamt.

Seit dem 1. Juli 2012 wird sie erhoben. Im Jahr 2023 beliefen sich die Steuereinnahmen aus Sportwetten laut Statistischem Bundesamt auf 409 Millionen Euro, ein Rückgang von 5,2 % gegenüber dem Vorjahr und immer noch das Anderthalbfache des Werts von 2013.
Diese Zahl ordnet ein, was „ohne Wettsteuer“ tatsächlich meint: Die Steuer verschwindet nicht, sie wird entweder getragen oder umverteilt.
Die Aufsicht über das Glücksspiel liegt seit dem 1. Juli 2021 bei der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Sie erteilt nach § 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 GlüStV die Erlaubnis, Sportwetten im Internet zu veranstalten oder zu vermitteln, führt die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV und führt Aufsicht und Bußgeldverfahren nach § 28a GlüStV. Die Steuer ist davon getrennt – ihre Verwaltung liegt beim Finanzamt.
Die Whitelist vom 2. Oktober 2026 listet 30 Einträge: 27 Inhaber mit Sportwetten-Erlaubnis, davon zwei zusätzlich mit Pferdewetten, sowie drei weitere nur für Pferdewetten. Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain – aber eine .de-Domain allein beweist noch nichts; entscheidend ist, ob der Inhaber für genau diese Domain eine Sportwetten-Erlaubnis führt. Eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele, Poker oder Casino gilt nicht für das Sportwettenangebot und umgekehrt.
Eine erste Erlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 GlüStV fünf Jahre. Die Whitelist zeigt ausschließlich Ausstellungsdaten, kein Enddatum – wer ein Ende behauptet, behauptet etwas, das die Liste nicht hergibt.
Was nicht auf eine deutsche Erlaubnis zutrifft: Anbieter mit Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta. Solche Anbieter dürfen in Deutschland keine Sportwetten anbieten – es handelt sich um unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 GlüStV. Die GGL hat am 17. September 2026 ausdrücklich vor Angeboten „wie etwa Platincasino“ gewarnt. Solche Seiten sind weder an OASIS noch an die Limitdatei LUGAS angeschlossen – Spielende haben hier weder die Sperre noch das 1.000-€-Monatslimit der deutschen Aufsicht. Und: Dass ein Anbieter die Steuer ordentlich abführt, beweist noch keine deutsche Erlaubnis. Die Pflicht gilt auch für nicht lizenzierte Veranstalter.
Zivilrechtlich ist die Lage in Bewegung. Der Bundesgerichtshof hat am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) dem Europäischen Gerichtshof die Frage vorgelegt, ob die EU-Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht – der Kläger fordert dort von Tipico mehr als 3.700 Euro aus Verlusten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt des EuGH hält es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 grundsätzlich für möglich, dass unlizenzierte Anbieter verlorene Einsätze erstatten müssen – mit einer Ausnahme: Behörden haben zugesichert, die Lizenzpflicht nicht durchzusetzen. Das ist eine mögliche Linie, keine Garantie auf Rückzahlung.
Spielerschutz: Was die Steuerdebatte nicht auflöst
Werbung mit „0 % Wettsteuer“ ändert weder das Verlustrisiko noch die geltenden Schutzregeln. Diese stehen im Glücksspielstaatsvertrag und gelten unabhängig davon, wie der Anbieter die 5,3 % behandelt.

Teilnahme erst ab 18 Jahren (§ 4 Abs. 3 GlüStV). Pro Anbieter ein Konto mit vollständiger Verifizierung (§ 6a GlüStV). Vor der Verifizierung darf der Anbieter maximal 72 Stunden spielen lassen, mit einem Einzahlungslimit von 100 Euro und ohne Auszahlungen.
Das wichtigste Schutzschild: das monatliche Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 GlüStV. Es liegt standardmäßig bei 1.000 Euro pro Kalendermonat, gerechnet über alle Anbieter hinweg, technisch durchgesetzt über die Limitdatei LUGAS. Ein Anbieter darf für einzelne Spielende ein höheres Limit setzen (bis 10.000 Euro, in Ausnahmen bis 30.000 Euro, höchstens für 1 % seiner aktiven Kundschaft), aber nur gegen nachweisbar wirtschaftliche Leistungsfähigkeit – eine Selbsterklärung reicht nicht. Eine Senkung greift sofort, eine Anhebung erst nach sieben Tagen.
Paralleles Spielen ist verboten. OASIS (§§ 8, 8a GlüStV) ist die bundesweite Sperrdatei; sie wird bei Registrierung und Anmeldung abgefragt. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate bei einer genannten Frist, sonst mindestens ein Jahr. Der Panikbutton (§ 6i Abs. 3) löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus. Offshore-Anbieter sind an OASIS und LUGAS nicht angeschlossen – ein zentraler Unterschied.
Zahlungen laufen nach § 6b Abs. 4 nur über Kontoinhaber und Institut der spielenden Person, nachvollziehbar nach dem Geldwäschegesetz – das schließt Kryptowährungen und anonyme Prepaid-Lösungen aus. Das Guthaben liegt auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird das Guthaben binnen fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6-7 GlüStV).
Werbung um 06:00 bis 21:00 Uhr betrifft nach § 5 Abs. 3 Satz 1 GlüStV Slots, Online-Poker und Online-Casino – nicht Sportwetten. Für Sportwetten gilt: keine Werbung unmittelbar vor oder während der Live-Übertragung desselben Ereignisses auf demselben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlerinnen und Sportlern oder Funktionsträgern, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz. Der Staatsvertrag enthält keine Klausel, die einen Sportwetten-Bonus in Höhe oder Umsatzbedingungen begrenzt – das regelt jeder Anbieter selbst.
Die Pointe: Wer bei einem Whitelist-Anbieter spielt, hat OASIS, LUGAS, Einzahlungslimits und insolvenzgeschütztes Guthaben. Wer bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis spielt, hat nichts davon – und kein deutsches Beschwerdeverfahren. Die Steuerfrage ist vorgelagert; der Spielerschutz bleibt von ihr unberührt.
Die zehn Anbieter auf der Whitelist im direkten Vergleich
Die folgende Übersicht zeigt, wie die zehn Anbieter, die für 2026 auf der Whitelist der GGL stehen, mit der Steuer umgehen. Die Tabelle führt ausschließlich die Domain auf, die Whitelist führt den Erlaubnisinhaber und das Datum der Ersterlaubnis – ohne Enddatum, weil die Whitelist keines ausweist.
| Marke | Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| 888sport | Whitelist GGL – Inhaber: 888 Germany Limited | 30.06.2021 |
| Betano | Whitelist GGL – Inhaber: Betkick Sportsbetting Limited (Malta) | 19.02.2021 |
| Tiptorro | Whitelist GGL – Inhaber: Torro Tec Limited (Malta) | 30.06.2021 |
| LeoVegas | Whitelist GGL – Inhaber: LVSports Limited | 21.10.2024 |
| AdmiralBet | Whitelist GGL – Inhaber: Greentube Betting Malta Limited | 09.10.2020 |
| bpremium | Whitelist GGL – Inhaber: Ladbrokes (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| NEO.bet | Whitelist GGL – Inhaber: Greenvest Betting Limited | 09.10.2020 |
| Sportingbet | Whitelist GGL – Inhaber: Sportingbet (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| Sportwetten.de | Whitelist GGL – Inhaber: NetX Betting Limited | 19.11.2020 |
| bwin | Whitelist GGL – Inhaber: bwin (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
Was die Tabelle nicht zeigt: wie der Anbieter die Steuer rechnerisch umsetzt. Diese Information gehört in die einzelnen Abschnitte, weil sie das Angebot prägt und nicht auf der Whitelist steht.
888sport – „0 % Wettsteuer“ als Position der Marke
888sport wird laut Whitelist von der 888 Germany Limited betrieben, hinter der die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar steht – die Gruppe ist seit September 2005 an der Londoner Börse notiert. Die Ersterlaubnis der deutschen Gesellschaft datiert auf den 30. Juni 2021, eine Folgeerlaubnis auf den 15. Dezember 2022.
In der Werbung tritt 888sport mit dem Slogan auf, keine Wettsteuer zu berechnen. Wie genau das quotenseitig umgesetzt ist, beschreibt der Anbieter auf seinen eigenen Seiten – die deutsche Lizenz und die Markenbotschaft sind die zwei Säulen.
Für wen das passt: Wer ein Konto bei einem international bekannten Markenambieter führen möchte, mit dokumentierter deutscher Erlaubnis und ohne sichtbaren Steuerabzug. Wer auf eine breite Wettauswahl und etablierte Zahlungsmethoden Wert legt, ist hier richtig. Wer den exakten Quotenabschlag in den AGB nachlesen will, sollte das vor der ersten Wette tun.
Betano – werbungsstark mit deutscher Erlaubnis
Betano wird laut Whitelist von der Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan, Malta geführt. Ersterlaubnis: 19. Februar 2021, Folgeerlaubnis: 16. Dezember 2022.
Betano tritt mit intensiver Werbung im deutschen Markt auf. Eine Aussage zur konkreten Behandlung der 5,3 % – ob über die Quote, den Einsatz oder den Gewinn – gehört in das Wettprogramm und die AGB des Anbieters; sie ist Teil des Konditionenvergleichs, nicht der Whitelist.
Für wen das passt: Wer einen Anbieter mit deutscher Erlaubnis und aktiver Marktpräsenz sucht. Wer klare Regeln zur Steuerbehandlung vor der Wette lesen will – also Wettschein und AGB vor dem Klick prüft – fährt gut damit.
Tiptorro – Marke hinter der Tipico-Gruppe
Tiptorro.de wird laut Whitelist von der Torro Tec Limited (Malta) betrieben; im App Store tritt sie selbst als „behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der GGL“ auf. Ersterlaubnis: 30. Juni 2021, Folgeerlaubnis: 27. Dezember 2022.
Tiptorro gehört zur Tipico-Gruppe; der Konzern ist gleichzeitig Gegenstand des BGH-Verfahrens, das im Abschnitt „Die Rechtslage: Wer die Steuer schuldet und warum sie nicht wegfällt“ beschrieben ist. Die Frage, ob Einsätze aus den Jahren 2013 bis 2018 zurückgefordert werden können, betrifft die zivilrechtliche Aufarbeitung alter Wetten – nicht die aktuelle Whitelist-Erlaubnis von Tiptorro, die auf einer anderen Gesellschaft beruht.
Für wen das passt: Wer das Markenprofil der Tipico-Gruppe gewohnt ist und eine deutsche Erlaubnis auf einer separaten Gesellschaft sucht. Wer den Kontext um die BGH-Vorlage verstehen will, liest die Auswertung der EuGH-Entscheidung in den kommenden Quartalen.
LeoVegas – junger Erlaubnis-Inhaber mit Casino-DNA
LeoVegas wird laut Whitelist von der LVSports Limited geführt, mit eigener Sportwetten-Erlaubnis seit dem 21. Oktober 2024. Eine zusätzliche Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele besteht seit dem 27. Februar 2023 – das ist die Erlaubnis, mit der LeoVegas als Casino-Anbieter bekannt geworden ist, sie deckt nicht das Sportwettenangebot ab.
Die Erlaubnis für Sportwetten ist jünger als bei den meisten Mitbewerbern – das zeigt, dass die GGL auch in den letzten Jahren neue Erlaubnisse vergibt.
Für wen das passt: Wer einen Anbieter mit junger deutscher Sportwetten-Erlaubnis und Casino-Hintergrund sucht. Wer die genaue Behandlung der Steuer nachlesen will, prüft die AGB und das Wettprogramm vor der ersten Einzahlung.
AdmiralBet – Erlaubnis aus 2020 mit Folgegenehmigungen
AdmiralBet wird laut Whitelist von der Greentube Betting Malta Limited geführt. Die Sportwetten-Erlaubnis datiert auf den 9. Oktober 2020, mit Folgeerlaubnissen am 13. Dezember 2022 und am 29. Juli 2024. Daneben besteht eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de seit dem 28. September 2022.
AdmiralBet gehört zur Novomatic-Gruppe und führt das Sportwettenangebot als Schwester zum Online-Casino – beide unter getrennten Erlaubnissen.
Für wen das passt: Wer einen Anbieter mit drei aufeinanderfolgenden Erlaubnissen und klarer deutscher Aufsicht sucht. Wer den Status als Mehrfacherlaubnis-Inhaber schätzt.
bpremium – zurückhaltender Auftritt, solide Erlaubnislage
bpremium wird laut Whitelist von der Ladbrokes (Deutschland) Limited geführt. Ersterlaubnis: 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis: 21. Dezember 2022. Bei Auszahlungen per Banküberweisung im SEPA-Raum fallen nach den Hilfeseiten die regulären Inlandsgebühren der Banken an – auf die der Anbieter keinen Einfluss hat.
Für wen das passt: Wer einen Anbieter mit langer Erlaubnishistorie und klaren Bankregeln sucht. Wer genau hinschaut, ob die eigenen Hausbank-Gebühren den Vorteil einer scheinbar gebührenfreien Auszahlung schmälern.
NEO.bet – unabhängige Position mit deutscher Erlaubnis
Neobet wird laut Whitelist von der Greenvest Betting Limited geführt. Ersterlaubnis: 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis: 22. Dezember 2022.
NEO.bet tritt im deutschen Markt als eigenständige Marke auf – anders als die Konzernschwestern der internationalen Gruppen, die im Vergleich ebenfalls vertreten sind.
Für wen das passt: Wer eine deutsche Erlaubnis sucht und keine klassische Konzernmarke braucht. Wer auf das Wettprogramm und die AGB schaut, bevor er die erste Einzahlung macht.
Sportingbet – Steuer im Wettschein ausgewiesen
Sportingbet wird laut Whitelist von der Sportingbet (Deutschland) Limited geführt. Ersterlaubnis: 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis: 21. Dezember 2022. In den Wettregeln nennt der Anbieter eine Steuer von „5 % des Wetteinsatzes“ nach § 17 RennwLottG; bei gewonnenen Wetten behält das Unternehmen nach eigener Angabe 5 % des Bruttogewinns (Einsatz mal Quote) vom Gewinn ein. Es handelt sich um eine eigene Darstellung; die gesetzliche Bemessungsgrundlage ist 5,3 % des Einsatzes abzüglich der Steuer.
Für wen das passt: Wer einen transparenten Ausweis im Wettschein schätzt. Wer genau weiß, dass der Abzug erst im Gewinnfall greift und damit das Verlust- und Einsatzrisiko nicht erhöht.
Sportwetten.de – breites Zahlungsbild, deutsche Erlaubnis
Sportwetten.de wird laut Whitelist von der NetX Betting Limited geführt. Ersterlaubnis: 19. November 2020, Folgeerlaubnis: 16. Dezember 2022. Laut eigener Liste akzeptiert der Anbieter Kundenkarte, PayPal, Sofortüberweisung (Trustly), Kreditkarte (Visa/Mastercard), Banküberweisung, Skrill und Aircash; Mindestbetrag 10 Euro bei Trustly, Skrill und Aircash, Einzahlungen über Dritte ausgeschlossen.
Für wen das passt: Wer ein breites Zahlungsbild mit deutscher Erlaubnis sucht und mit kleineren Mindestbeträgen flexibel bleiben will. Wer keine Einzahlungen über Dritte tätigen will – das ist hier ausgeschlossen.
bwin – etablierter Markenname mit deutscher Erlaubnis
bwin wird laut Whitelist von der bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta geführt. Ersterlaubnis: 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis: 23. Dezember 2022. bwin gehört zur Entain-Gruppe und gehört zu den international bekanntesten Marken mit deutscher Lizenz.
Für wen das passt: Wer einen etablierten Markenambieter mit langer Lizenzhistorie sucht. Wer neben Sportwetten auch andere Erlaubnisse des Inhabers prüft, schaut in die Whitelist – denn Slots, Poker oder Casino sind dort separat ausgewiesen.
Wie die Steuer umgesetzt wird: Einsatz, Quote, Gewinn oder getragen
„Ohne Wettsteuer“ lässt sich auf vier Wegen erreichen, und jeder Weg verändert das Profil einer Wette anders.
Tragen. Der Anbieter führt die Steuer vollständig selbst ab. Aus Sicht der spielenden Person ändert sich nichts – Einsatz, Quote und Gewinn sind so, wie sie auf dem Wettschein stehen. ODDSET gibt an, weder Einsatz noch Gewinn mit einem Steuerabzug zu belegen und Gewinne auf den kompletten Einsatz ohne jeden Abzug auszuzahlen. Interwetten schreibt in den AGB (Abschnitt G.8), die Sportwettensteuer nach RennwLottG selbst zu tragen; zum Ausgleich wird bei Wetten ein Quotenabschlag in Höhe von 5,3 % vorgenommen. Der Anbieter trägt also die Steuer, holt sie sich aber über eine reduzierte Quote zurück – bei Interwetten ist es deshalb eine Mischung aus Tragen und Quotenabschlag.
Quotenabschlag. Die Quote wird um 5,3 % reduziert. Beispiel: Steht die faire Quote bei 2,10, weist der Anbieter 1,99 aus. Bei Interwetten trifft das den Gewinn im Erfolgsfall – die Auszahlungsquote und damit der Wettgewinn werden um 5,3 % reduziert; vom Einsatz wird nichts abgezogen. Cash-Out-Gewinne sind nach den AGB ausgenommen.
Abzug vom Einsatz. Der Einsatz wird so weit erhöht, dass die Steuer im eingezahlten Betrag enthalten ist. Wettarena schreibt: Außer dem Wetteinsatz sowie der gesondert ausgewiesenen Steuer (5,3 % auf den Einsatz abzüglich der Steuer, rund 5 % des eingezahlten Betrags) fallen keine weiteren Kosten an. Das heißt: Wer einen Spieleinsatz von 100 Euro tätigt, zahlt 100 Euro Einsatz plus die gesondert ausgewiesene Steuer – die Steuer ist also kein versteckter Bestandteilteil des Einsatzes, sondern ein zusätzlicher Posten auf der Einzahlung.
Abzug vom Gewinn. Bei gewonnenen Wetten zieht der Anbieter einen Anteil vom Bruttogewinn ab. Sportingbet formuliert das so: 5 % des Bruttogewinns (Einsatz mal Quote) werden vom Gewinn einbehalten. Das ist transparent, aber verteuert erfolgreiche Wetten.
Diese Wege kosten nicht dasselbe, und sie treffen unterschiedliche Profile. Wer viele Wetten platziert und oft gewinnt, spürt den Gewinnabzug am stärksten. Wer viele Wetten verliert, sieht den Quotenabschlag als entgangenen Gewinn – und den Einsatzabzug als zusätzliche Kosten. Wer mit kleinem Budget spielt, achtet am ehesten auf den Einsatzabzug, weil der unmittelbar vom eingezahlten Betrag abgeht.
Was eine Wette tatsächlich kostet: die Rechnung am Beispiel
Die Steuer belastet jede Wette – unterschiedlich sichtbar, aber belastend. Eine Beispielrechnung zeigt, was die 5,3 % konkret bedeuten.
Bemessungsgrundlage ist nach §§ 17, 18 RennwLottG der Einsatz abzüglich der Steuer selbst. Daraus ergibt sich der gerundete Wert von etwa 5,03 % des ausgezahlten Betrags (5,3 geteilt durch 105,3). Eine Wette zu 100 Euro Einsatz und einer angezeigten Quote von 2,00 würde ohne Steuer 200 Euro auszahlen.
Wird die Steuer über die Quote abgezogen, ist die ausgewiesene Quote nicht mehr 2,00, sondern entsprechend reduziert – und die Auszahlung fällt kleiner aus. Wird die Steuer vom Einsatz abgezogen, zahlt die spielende Person mehr ein und riskiert mehr. Wird die Steuer vom Gewinn abgezogen, schmälert sie den Auszahlungsbetrag im Erfolgsfall.
Wird sie getragen, ist 2,00 auch 2,00. Das hat seinen Preis – der Anbieter nimmt die Marge auf sein eigenes Ergebnis, was sich in der Regel im Quotenbild niederschlägt. Wer vergleicht, sollte also nicht nur auf das Etikett „0 % Wettsteuer“ schauen, sondern auch auf das durchschnittliche Quotenniveau des Anbieters.
Die Spielregel ist einfach: Zwei Anbieter mit unterschiedlicher Steuerbehandlung aber gleichem Werbe-Quotenversprechen sind nicht gleich gut. Bei einer 2,00-Wette zu 100 Euro entscheidet sich die Auszahlung an der ausgewiesenen Quote – und die unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter.
Werbeaussagen und ihre Lesart
„0 % Wettsteuer“ steht auf vielen Startseiten. Winamax wirbt mit dem Slogan „0 % Wettsteuer und die besten Quoten“. ODDSET spricht von „fairen Wetten – echten Quoten“ und schreibt, Gewinne würden auf den kompletten Einsatz ohne Abzug ausbezahlt.
Solche Sätze sagen, was die spielende Person auf dem Wettschein sieht – aber sie sagen nicht, wie der Anbieter die Steuer rechnerisch trägt. Bei Interwetten steht sie in den AGB, bei Sportingbet in den Wettregeln, bei Wettarena in den spielrelevanten Informationen, bei Betway im abschließenden Prüfschritt des Wettscheins als eigener Posten. Der beste Test ist der Blick in den Wettschein selbst: Welche Quote steht dort, und gibt es einen separaten Posten für die Steuer?
Eine wichtige Grenze: Werbeaussagen sind Marketing. Der Verbraucherschutz bleibt von ihnen unberührt. Eine 0 %-Aussage ändert weder das Verlustrisiko noch das 1.000-Euro-Limit, weder die OASIS-Sperre noch die Pflicht zur vollständigen Verifizierung. Wer auf eines dieser Elemente verzichten will, muss zu einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis wechseln – und nimmt damit den gesamten Schutzrahmen aus dem Spiel.
Was Offshore ohne deutsche Erlaubnis kostet
Seiten mit Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta sind in Deutschland nicht erlaubt. Sie bieten Sportwetten oft ohne sichtbare Steuer an – weil die deutsche Steuer für sie nicht greift und sie ihre Marge anders kalkulieren. Das macht sie für den ersten Blick günstiger.
Was fehlt, ist die Aufsicht. Keine OASIS-Sperre, keine Limitdatei LUGAS, kein 1.000-Euro-Standardlimit, keine insolvenzgeschützte Trennung des Spielguthabens nach § 6b GlüStV, keine deutsche Beschwerdestelle. Auszahlungen erfolgen nach den Regeln des Anbieters – ohne verbindliche Frist nach deutschem Recht, ohne automatischen Konkursschutz. Die GGL selbst hat im September 2026 vor illegalen Angeboten gewarnt.
Zivilrechtlich ist die Rückforderung alter Verluste möglich, aber keine Garantie. Das BGH-Verfahren I ZR 90/23 und der Generalantrag in der Rechtssache C-530/24 sind eine Richtung, kein Anspruch. Wer dort spielt, sollte sich bewusst sein, dass eine Auszahlung im Streitfall an ausländisches Recht gebunden ist.
Welche Zahlungsmethoden die Erlaubnis mitbringt
Die deutsche Erlaubnis verlangt, dass Zahlungen über Kontoinhaber und Institut der spielenden Person laufen, nach § 6b Abs. 4 GlüStV. Das schließt anonyme Mittel aus – Kryptowährungen und vollständig anonyme Prepaid-Lösungen sind im lizenzierten Angebot praktisch nicht zu finden.
Welche Marken ein Anbieter konkret akzeptiert, regelt er in seinen Zahlungsbedingungen. Sportwetten.de listet etwa Kundenkarte, PayPal, Sofortüberweisung (Trustly), Kreditkarte (Visa/Mastercard), Banküberweisung, Skrill und Aircash; Mindestbetrag 10 Euro bei Trustly, Skrill und Aircash; Einzahlungen über Dritte ausgeschlossen. Bei bpremium fallen im SEPA-Raum die normalen Inlandsgebühren der Banken an. Wer eine bestimmte Zahlungsmarke sucht, prüft sie auf der Zahlungsseite des jeweiligen Anbieters vor der Registrierung.
Was sich aus dem Vergleich ergibt
Der Vergleich zeigt vier Hebel, mit denen die Steuer umgesetzt wird: Tragen, Quotenabschlag, Einsatz und Gewinn. Keine der vier Varianten ist kostenlos – und keine ist pauschal besser als die andere.
Wer eine Wette gewinnt, hat den höchsten effektiven Nachteil bei einem Abzug vom Gewinn, weil der Erfolg bestraft wird. Wer verliert, spürt den Quotenabschlag als entgangenen Erlös und den Einsatzaufschlag als zusätzliche Kosten. Wer mit kleinen Beträgen spielt, sieht den Einsatzaufschlag am deutlichsten.
Die Empfehlung „Anbieter X ist besser als Y“ lässt sich daraus nicht ableiten – schon weil die Quotenprofile sich von Sport zu Sport, von Markt zu Markt unterscheiden. Wer vergleicht, sollte drei Dinge tun: das Wettprogramm prüfen, den Wettschein mit einem Konkurrenzanbieter vergleichen und die AGB zur Steuer lesen. Wer diese Schritte geht, hat die Rechnung selbst in der Hand.
Wer einen Anbieter mit deutscher Erlaubnis sucht und bereit ist, vor der Wette zu prüfen, ist mit jedem der zehn hier aufgeführten Anbieter rechtlich auf der soliden Seite. Wer auf den Schutzrahmen verzichten will, gibt ihn bewusst auf – er findet sich bei Offshore-Anbietern, ohne OASIS, ohne LUGAS, ohne deutsches Beschwerdeverfahren.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Sportwettensteuer in Deutschland, und worauf wird sie berechnet?
Die Sportwettensteuer beträgt nach §§ 17, 18 RennwLottG 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, was rund 5,03 % des ausgezahlten Betrags entspricht. Schuldner ist nach § 19 RennwLottG der Veranstalter, nicht die spielende Person. Ob und wie sie weitergegeben wird, entscheidet der Anbieter in seinen eigenen Bedingungen.
Wer schuldet die Sportwettensteuer – der Anbieter oder die Spielenden?
Die Steuerschuld liegt nach § 19 RennwLottG beim Veranstalter der Wette. Die spielende Person bekommt die Steuer nur dann zu spüren, wenn der Anbieter sie über Einsatz, Quote oder Gewinn weitergibt. Ein Anbieter, der die Steuer vollständig trägt, weist sie auf dem Wettschein nicht aus.
Was bedeutet „0 % Wettsteuer“ in der Werbung konkret?
„0 % Wettsteuer“ heißt, dass die spielende Person auf dem Wettschein keinen Steuerabzug sieht. Der Anbieter trägt die Steuer entweder selbst, holt sie sich über eine reduzierte Quote zurück oder finanziert sie aus seiner Marge. Welche Variante greift, steht in den AGB oder den Wettregeln des Anbieters, nicht in der Werbung.
Wie berechnet sich der Gewinn bei einem Quotenabschlag von 5,3 %?
Ein Quotenabschlag von 5,3 % reduziert die ausgewiesene Quote. Eine Wette zu 100 Euro Einsatz, die ohne Abschlag 200 Euro auszahlen würde, bringt nach Abschlag entsprechend weniger – die Reduktion greift im Gewinnfall. Der Einsatz bleibt nach den AGB einiger Anbieter unangetastet, der Gewinn fällt kleiner aus. Interwetten wendet das nach eigenen Angaben so an.
Warum bieten Seiten ohne deutsche Erlaubnis Wetten ohne Steuer an?
Seiten ohne deutsche Erlaubnis führen die deutsche Sportwettensteuer in der Regel nicht an ein deutsches Finanzamt ab und bekommen sie deshalb auch nicht weiterberechnet. Was fehlt, ist die Aufsicht: keine OASIS-Sperre, keine Limitdatei LUGAS, kein 1.000-Euro-Standardlimit, keine insolvenzgeschützte Trennung des Guthabens und keine deutsche Beschwerdestelle. Die GGL hat im September 2026 vor illegalen Angeboten gewarnt.
Seit wann wird die Sportwettensteuer in Deutschland erhoben?
Die Sportwettensteuer wird in Deutschland seit dem 1. Juli 2012 erhoben. Im Jahr 2023 beliefen sich die Steuereinnahmen aus Sportwetten nach Angaben des Statistischen Bundesamts auf 409 Millionen Euro, der höchste Wert seit Einführung.
Lizenz – wettbonusinfo
Inhalt erstellt vom Team «wettbonusinfo»
