Asian Handicap bei deutschen Wettanbietern

Updated Oktober 2026
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Aktualisiert am Oktober 16, 2026, geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Stand 02.10.2026.

Ein leerer Papier-Wettschein liegt neben einem Kugelschreiber auf einem Tisch, ohne lesbaren Aufdruck.
Ein Handicap von +0,25 besteht aus einer Wette mit Handicap 0 und einer mit Handicap +0,5, bei 100 Einheiten Einsatz also je 50 Einheiten.

Ein Asiatisches Handicap nimmt dem Wettmarkt eine Möglichkeit weg — das Unentschieden — und gleicht dafür den Stärkeunterschied zwischen Favorit und Außenseiter aus. Genau diese Eigenschaft macht den Markt für viele Fußballwetten attraktiv: Statt auf Sieg, Unentschieden oder Niederlage zu setzen, wettet man darauf, dass eine Mannschaft das Spiel mit einem fiktiven Tor Vorsprung oder Rückstand „gewinnt“. Wer hier vergleicht, vergleicht vor allem drei Dinge: Wer bietet diese Märkte überhaupt an, wie tief ist die Quote nach Abzug von Marge und Wettsteuer, und was passiert, wenn das Spiel anders läuft, als der Tipp es vorsah. In Deutschland kommt ein vierter Punkt hinzu, der über alles andere entscheidet: Die Erlaubnis.

Rechtslage für Handicap-Wetten in Deutschland

Wer in Deutschland Sportwetten mit Handicap anbietet, braucht eine Erlaubnis nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 des Glücksspielstaatsvertrags (GlüStV 2021). Ausgestellt wird sie ausschließlich von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale). Die Behörde führt eine öffentliche Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV, in der jede Domain steht, die aktuell eine solche Erlaubnis besitzt. Eine .de-Domain allein beweist noch nichts: Eine deutsche Internetadresse kann auch von einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis genutzt werden. Wer dort wettet, spielt außerhalb des erlaubten Markts.

Eine Waage mit zwei leeren Schalen steht auf einem Holztisch vor einem Fenster.
Bei Live-Handicaps bezieht sich das Handicap meist nur auf die Restspielzeit, der Spielstand zum Zeitpunkt der Wettabgabe gilt dabei als 0:0.

Der GGL-Aufsicht unterliegen außerdem die Werbung, die Spielersperre OASIS und die Limitdatei LUGAS. Anbieter auf der Whitelist müssen Spielerinnen und Spieler vor dem ersten Tipp vollständig identifizieren, das gemeinsame monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro umsetzen und Gewinne ausschließlich auf ein Konto auszahlen, das auf den eigenen Namen lautet. Wer bei einem nicht gelisteten Anbieter wettet, hat keinen Zugriff auf OASIS, kein automatisiertes Einzahlungslimit und keine deutsche Beschwerdestelle. Wer dennoch dort einzahlt, hat zivilrechtlich schlechte Karten: Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Rückzahlungspflicht für verlorene Einsätze aus den Jahren 2013 bis 2018 entgegensteht, der Kläger fordert dort mehr als 3.700 Euro von Tipico zurück. Die Schlussanträge des EuGH-Generalanwalts Nicholas Emiliou vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) halten es grundsätzlich für möglich, dass Anbieter ohne Erlaubnis zur Erstattung verpflichtet werden, sofern die Behörde die Lizenzpflicht nicht ausgesetzt hat.

Das ändert nichts daran, dass niemandem eine Rückzahlung versprochen werden kann. Was es ändert, ist das Ausgangsniveau: Wer bei einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis wettet, spielt innerhalb eines Rahmens, der Streitfälle voraussehbar macht. Wer bei einem Anbieter ohne diese Erlaubnis wettet, spielt auf eigenes Risiko in einem Streitfeld, in dem einzelne Gerichte den Anbieter zur Rückzahlung verpflichtet haben, ein Anspruch darauf aber nirgends festgeschrieben ist.

Die Erlaubnis ist die einzige Frage, die vor jeder anderen steht. Welche Handicap-Märkte ein Anbieter führt, wie hoch die Quote ist, welche Live-Funktionen verfügbar sind — alles zweitrangig, wenn das Haus keine Erlaubnis hat. Was die Whitelist genau ist und wie man sie liest, steht im Abschnitt zur Einordnung der Anbieter.

Schutzmechanismen, die auch bei Handicap-Wetten gelten

Die deutschen Schutzregeln unterscheiden nicht nach Wettmarkt. Ein Handicap von +0,5 auf den Außenseiter wirkt auf dem Wettschein vielleicht unspektakulär, fällt aber unter dieselben Schutzregeln wie jeder andere Tipp.

Zwei Fußbälle liegen nebeneinander auf einem Rasen, einer davon auf einem kleinen Erdhügel.
Beim ganzen Handicap wird der Einsatz zurückerstattet, wenn sich nach Addition des Handicaps ein Unentschieden ergibt, etwa bei 2:1 mit Handicap -1.

Mindestalter ist 18 Jahre. Wer sich bei einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis anmeldet, durchläuft die vollständige Identitätsprüfung nach § 6a GlüStV: Ausweisdokument, Adresse, Zahlungsverbindung. Vor der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden mit Spielen zulassen, das Einzahlungslimit in dieser Phase beträgt 100 Euro, Auszahlungen sind gesperrt. Wer in der OASIS-Sperrdatei steht, wird beim Login automatisch abgewiesen, eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler selbst eine Frist setzt, sonst mindestens ein Jahr. Der Panikbutton sperrt ein Konto sofort für 24 Stunden.

Das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro gilt quer über alle Anbieter mit deutscher Erlaubnis. Die Limitdatei LUGAS sorgt dafür, dass eine Einzahlung von 800 Euro bei Anbieter A den verbleibenden Spielraum bei Anbieter B automatisch auf 200 Euro reduziert. Eine Erhöhung des persönlichen Limits ist nur gegen Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit möglich, eine Selbstauskunft reicht nicht; maximal 10.000 Euro sind erreichbar, in Ausnahmefällen bis 30.000 Euro für höchstens ein Prozent der aktiven Spieler eines Anbieters.

Die Parallelspiel-Sperre nach § 6h GlüStV verhindert, dass dieselbe Person gleichzeitig bei zwei verschiedenen Anbietern aktiv ist. Wer ein Konto bei Anbieter A geöffnet hat, kann sich nicht parallel bei Anbieter B einloggen, solange das Konto A läuft. Gewinne werden nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt; ein Cashout vor Schlusspfiff ist eine Funktion des Anbieters, keine Pflicht.

Was alle diese Regeln gemeinsam haben: Sie gelten nur für Anbieter auf der Whitelist. Bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis gibt es keine OASIS-Abfrage, keine LUGAS-Limitdatei, keine Panikbutton-Pflicht, keine Beschwerdestelle. Das Handicap ist dann nicht das einzige Risiko, es ist das kleinste.

Was ein Asiatisches Handicap eigentlich macht

Die Grundidee: Statt drei möglichen Ausgängen (Sieg Heimmannschaft, Unentschieden, Sieg Auswärtsmannschaft) gibt es nur zwei. Der Außenseiter bekommt einen fiktiven Torvorsprung gutgeschrieben, der Favorit startet mit einem fiktiven Rückstand. Liegt das tatsächliche Ergebnis nach Addition des Handicaps auf Seiten des getippten Teams, gewinnt die Wette; liegt es auf der anderen, verliert sie.

Die Reduktion auf zwei Ausgänge verschiebt die Quoten. Wer bei einem klassischen 1X2-Markt auf den klaren Favoriten mit Quote 1,40 setzt, kann beim Asiatischen Handicap -1,5 auf dasselbe Team eine Quote von etwa 2,00 bekommen. Das klingt nach besserem Preis, ist aber ein anderes Risiko: Bei -1,5 verliert die Wette nicht nur bei einer Niederlage, sondern auch bei jedem Unentschieden und bei jedem Sieg mit nur einem Tor Vorsprung.

Ganze, halbe und Viertel-Handicaps

Die Handicap-Stufen unterscheiden sich in einem Detail, das über Gewinn und Verlust entscheidet: das Verhalten bei einem effektiven Unentschieden nach Addition des Handicaps.

Ein ganzes Handicap wie -1, +2 oder 0 kennt eine Rückerstattung des Einsatzes, wenn das Ergebnis nach Addition genau unentschieden ist. Beispiel: Wette Team A mit Handicap -1 zum Einsatz von 100 Euro, Endstand 2:1. Mit Handicap ergibt das rechnerisch 1:1 — der Einsatz geht zurück, es gibt weder Gewinn noch Verlust. Genau diese Rückerstattung unterscheidet das ganze Handicap von der klassischen Dreiweg-Wette: Dort wäre 2:1 ein Sieg, hier ist es, mit Handicap -1, ein Push.

Ein halbes Handicap wie -0,5, +1,5 oder -1,5 kennt keine Rückerstattung. Bei +0,5 gewinnt die Wette, wenn das Team nicht verliert; ein Unentschieden zählt als Sieg. Bei -1,5 gewinnt die Wette nur, wenn das Team mit mindestens zwei Toren Vorsprung gewinnt; jeder andere Ausgang verliert.

Ein Viertel-Handicap wie +0,25 oder -0,75 teilt den Einsatz auf zwei benachbarte Handicaps auf. +0,25 entspricht 50 Prozent auf 0 und 50 Prozent auf +0,5. Bei einem Einsatz von 100 Euro stehen also 50 Euro auf der Ganzzahl-Linie (Einsatzrückerstattung bei Unentschieden) und 50 Euro auf der Halbzahl-Linie (Sieg bei jedem Nicht-Verlust). Gewinnt das getippte Team, gewinnen beide Hälften; verliert es, verlieren beide. Bei Unentschieden gewinnt die halbe Wette, die andere Hälfte wird erstattet. -0,75 entspricht 50 Prozent auf -0,5 und 50 Prozent auf -1. Bei einem 1:0-Endstand auf die Wette -0,75 gewinnt die Hälfte auf -0,5, die andere Hälfte verliert — Nettogewinn entspricht dem Gewinn aus 50 Euro Einsatz.

Diese Aufteilung erklärt, warum Viertel-Handicaps oft zwischen den „runden“ Linien angeboten werden: Sie verbinden die Sicherheit der Rückerstattung mit der Entschiedenheit der Halbzahl-Linie.

Handicap bei Live-Wetten

Während eines laufenden Spiels gilt das Handicap üblend für die Restspielzeit. Der Spielstand zum Zeitpunkt der Wettabgabe wird als 0:0 gewertet, das Handicap addiert sich nur auf die noch zu spielenden Tore. Wer bei einem Stand von 1:0 auf das Heimteam mit Handicap -0,5 setzt, wettet effektiv darauf, dass das Heimteam in der zweiten Hälfte mindestens ein Tor mehr erzielt als das Auswärtsteam. Der bereits erzielte Treffer zählt nicht mehr.

In Deutschland sind Live-Wetten während eines laufenden Ereignisses nach § 21 Abs. 4 GlüStV nur eingeschränkt erlaubt: Wetten auf das Endergebnis, auf das nächste Tor (im Fußball), auf den nächsten Satz (im Tennis) und auf ähnliche Komponenten, sofern das Ereignis im jeweiligen Sport selten ist. Wetten auf den nächsten Punkt im Tennis oder den nächsten Korb im Basketball sind in Deutschland nicht zulässig. Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateursport unterhalb der 3. Liga sind von der Wettvermittlung ausgeschlossen.

Marge und Wettsteuer: Was die Quote wirklich kostet

Eine Quote ist nie der faire Preis. Sie enthält die Marge des Anbieters, also den Anteil, den das Haus von jedem eingesetzten Euro einbehält. Bei einem Zwei-Wege-Markt mit beiden Seiten zu Quote 1,90 ergibt sich:

Auszahlungsquote = 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 1 ÷ (0,5263 + 0,5263) = 1 ÷ 1,0526 ≈ 0,95

Marge = 1 − 0,95 = 0,05, also fünf Prozent.

Das bedeutet: Von jedem Euro, der insgesamt auf diesen Markt gesetzt wird, zahlt der Anbieter 95 Cent als Gewinn aus und behält 5 Cent. Bei 1.000 Euro Umsatz auf dem Markt verbleiben dem Anbieter rund 50 Euro — egal, welche Seite gewinnt. Das ist das Geschäftsmodell hinter jeder Wettquote.

Fünf Prozent Marge ist ein typischer Wert für Hauptmärkte großer Anbieter, nicht der niedrigste und nicht der höchste. Bei Nischenmärkten oder exotischen Handicap-Linien kann die Marge deutlich höher liegen, bei 7 bis 10 Prozent, ohne dass dies auf dem Wettschein erkennbar wäre. Die Quote allein verrät die Marge nicht direkt; sie verrät sie nur im Vergleich zwischen den beiden Seiten.

Dazu kommt die Sportwettensteuer nach §§ 16 bis 25 Rennwett- und Lotteriegesetz. Sie beträgt 5,3 Prozent der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, also etwa 5,03 Prozent des tatsächlich eingezahlten Betrags. Die Steuer schuldet der Veranstalter der Wette, nicht der Spieler. Ob und wie der Anbieter sie an den Kunden weitergibt, ist seine Entscheidung. Bei ODDSET etwa wird ein „Quotenabschlag“ von 5 Prozent auf den Bruttogewinn erhoben; bei Sportingbet werden 5 Prozent des Bruttogewinns einbehalten. Andere Anbieter schlagen die Steuer auf den Einsatz auf oder tragen sie selbst. Das Ergebnis auf dem Wettschein unterscheidet sich deutlich, die zugrunde liegende gesetzliche Pflicht ist dieselbe.

Die einzig ehrliche Lesart einer Quote lautet daher: Sie ist das, was der Anbieter auszahlt, nicht das, was er dem Spieler schuldet. Bei einer Quote von 1,90 mit 5 Prozent Marge und 5 Prozent Steuer auf den Bruttogewinn, der Anbieter also die Steuer weitergibt, zahlt eine 100-Euro-Wette bei Gewinn 190 Euro aus, davon werden 9,50 Euro als Steuer einbehalten — netto 180,50 Euro. Ohne die Weitergabe der Steuer wären es 190 Euro brutto. Genau diese Modellrechnung entscheidet, welcher Anbieter bei identischem Markt das bessere Angebot macht.

Die zehn Anbieter mit GGL-Erlaubnis im Vergleich

Die folgende Tabelle zeigt die zehn Anbieter, deren Sportwetten-Domain am 02.10.2026 auf der Whitelist der GGL stand. Sie sind keine Rangfolge nach Qualität, sondern eine Liste der erlaubten Anbieter, geordnet nach Datum der ersten Sportwetten-Erlaubnis.

Anbieter Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber Sportwetten-Erlaubnis seit
LeoVegas GGL-Whitelist — LVSports Limited 21.10.2024
NEO.bet GGL-Whitelist — Greenvest Betting Limited 09.10.2020
VBet GGL-Whitelist — SCGO Limited 05.12.2023
Tipico GGL-Whitelist — Tipico Co. Limited 09.10.2020
Betano GGL-Whitelist — Betkick Sportsbetting Limited 19.02.2021
AdmiralBet GGL-Whitelist — Greentube Betting Malta Limited 09.10.2020
bet365 GGL-Whitelist — Hillside (Europe) ENC 09.10.2020
bpremium GGL-Whitelist — Ladbrokes (Deutschland) Limited 09.10.2020
Sportingbet GGL-Whitelist — Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020
Tipwin GGL-Whitelist — Tipwin Limited 09.10.2020

Die Whitelist führt Erlaubnisinhaber und Domain, nicht jedoch das Handicap-Angebot im Detail. Welche Handicap-Linien ein Anbieter konkret anbietet, welche Quoten er auf den asiatischen Linien stellt und ob er Live-Handicaps führt, steht im Wettprogramm des Anbieters, nicht in der Whitelist. Die Erlaubnis ist die Voraussetzung, das Handicap-Programm ist die Auswahl.

LeoVegas

LeoVegas ist auf der Whitelist mit der Domain Leovegas.de vertreten, Erlaubnisinhaber ist die LVSports Limited mit Sitz in Malta, die Sportwetten-Erlaubnis wurde am 21.10.2024 erteilt. Damit gehört LeoVegas zu den jüngeren Einträgen auf der Whitelist und ist nach dem Datum der Erteilung der letzte Anbieter in dieser Liste. Eine eigenständige Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele besteht bereits seit dem 27.02.2023; die Sportwetten-Erlaubnis kam später.

Über das konkrete Handicap-Programm auf Leovegas.de sagt die Whitelist nichts. Was LeoVegas als Wettanbieter ausmacht, ist die bekannte Casino-Herkunft des Konzerns; ob das Sportwetten-Angebot in Breite und Tiefe mit den etablierten Marken mithält, lässt sich aus der Erlaubnis allein nicht ableiten. Wer bei LeoVegas Handicap-Wetten sucht, prüft das aktuelle Wettprogramm vor der Anmeldung.

NEO.bet

NEO.bet zählt zu den kleineren Anbietern im deutschen Markt, ist aber bereits seit 09.10.2020 mit einer Sportwetten-Erlaubnis auf der Whitelist, eine Folgeerlaubnis wurde am 22.12.2022 erteilt. Erlaubnisinhaber ist die Greenvest Betting Limited.

Die App von NEO.bet bewirbt laut Entwicklerangaben Live-Quoten, Live-Wetten, Cashout und Teil-Cashout als Ausstattungsmerkmale. Das ist eine Beschreibung der App-Funktionalität, keine Aussage über das Handicap-Programm im Speziellen. NEO.bet ist ein Beispiel für einen Anbieter, der die technischen Voraussetzungen für Live-Handicaps mitbringt, ohne dass dies allein über das Vorhandensein asiatischer Linien entscheidet.

VBet

VBet wird auf der Whitelist unter der Domain Vbet.de von der SCGO Limited mit Sitz in St. Julian’s, Malta geführt. Die Sportwetten-Erlaubnis besteht seit dem 05.12.2023, was VBet in die mittlere Altersgruppe der gelisteten Anbieter einordnet.

Die Internationalität des Mutterkonzerns schlägt sich in einem breiten Wettprogramm nieder, das über den deutschen Markt hinaus auch osteuropäische und asiatische Ligen abdeckt — gerade dort, wo Handicap-Wetten besonders verbreitet sind. Das ist eine Beobachtung zur Marktabdeckung, kein Beleg für ein bestimmtes Handicap-Programm auf der deutschen Domain. Wer gezielt asiatische Handicaps sucht, sollte das aktuelle Wettprogramm von Vbet.de prüfen.

Tipico

Tipico gehört zu den bekanntesten Namen im deutschen Sportwetten-Markt. Die Tipico Co. Limited hat ihren Sitz auf Malta, wurde 2004 in Deutschland gegründet und ist seit dem 09.10.2020 mit einer Sportwetten-Erlaubnis auf der Whitelist, eine Folgeerlaubnis wurde am 09.12.2022 erteilt.

Die Bekanntheit von Tipico bedeutet nicht, dass das Handicap-Programm dort tiefer ist als bei kleineren Anbietern; sie bedeutet, dass die Fußballwetten insgesamt — und damit auch die asiatischen Handicap-Linien — zum Kerngeschäft gehören. Wer ohnehin einen Account bei Tipico hat, findet Handicap-Wetten im Fußballbereich in der Regel ohne lange Suche.

Der BGH-Fall, in dem es um die Rückzahlung von Sportwetten-Verlusten der Jahre 2013 bis 2018 bei Tipico geht, betrifft die Phase vor der GGL-Erlaubnis. Er ist ein Hinweis darauf, dass die Frage der Lizenzhistorie auch Jahre nach der Erteilung noch gerichtlich aufgegriffen werden kann, ändert aber nichts an der aktuellen Erlaubnis.

Betano

Betano wird auf der Whitelist von der Betkick Sportsbetting Limited geführt, mit einer ersten Sportwetten-Erlaubnis seit dem 19.02.2021 und einer Folgeerlaubnis vom 16.12.2022. Damit ist Betano einer der wenigen Anbieter, dessen Erteilung nicht auf den 09.10.2020 fällt, sondern gut vier Monate später erfolgte.

Die App von Betano bewirbt im Apple App Store den „Bet Builder“ (Kombination mehrerer Märkte eines Spiels), Cash Out und Live-Streaming unter anderem von LaLiga, FA Cup, Grand-Slam-Turnieren im Tennis, NBA, EuroLeague und NFL. Das ist ein Hinweis auf das sportliche Programm, nicht direkt auf asiatische Handicaps. Für Handicap-Spieler ist vor allem relevant, ob die beworbenen Live-Übertragungen auch Fußballligen abdecken, in denen asiatische Handicap-Linien angeboten werden.

AdmiralBet

AdmiralBet ist die deutsche Domain der Greentube Betting Malta Limited, mit einer ersten Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und Folgeerlaubnissen vom 13.12.2022 und 29.07.2024. AdmiralBet gehört zu den Anbietern mit der längsten Whitelist-Historie in dieser Liste und hat im Vergleich die meisten Folgeerlaubnisse.

AdmiralBet selbst beschreibt das Viertel-Handicap in einer eigenen Erläuterung auf der Website: Bei einem Handicap von +0,75 wird der Einsatz zu jeweils 50 Prozent auf die beiden umliegenden Handicaps +1 und +0,5 aufgeteilt. Das ist eine der wenigen Stellen, an denen ein Anbieter die Mechanik der Viertel-Handicaps selbst erklärt, statt nur die Quote anzuzeigen.

bet365

bet365 ist auf der deutschen Domain Bet365.de mit der Hillside (Europe) ENC auf der Whitelist vertreten, mit einer ersten Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 27.12.2022. Die Hillside (Europe) ENC hat ihren Sitz in Ta’Xbiex, Malta.

bet365 bietet auf der deutschen Domain einen „Boost“ für den Wetten-Konfigurator bei drei oder mehr Auswahlen mit kombinierten Quoten ab 2,00 sowie einen „Gewinn-Boost“ für Kombiwetten, dessen Prozentsatz mit der Zahl der Auswahlen steigt. Beide Funktionen sind für Handicap-Spieler relevant, weil Kombiwetten mit Handicap-Linien die übliche Wettform sind. Was die Quote auf der einzelnen Handicap-Linie angeht, ist bet365 dafür bekannt, auch asiatische Linien in großer Tiefe anzubieten — auch hier gilt: Wer sich vergewissern will, prüft das aktuelle Wettprogramm.

bpremium

bpremium wird auf der Whitelist von der Ladbrokes (Deutschland) Limited geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 21.12.2022. bpremium gehört zur Entain-Gruppe, die hinter den Marken Ladbrokes, bwin und Sportingbet steht.

Die Bonusbedingungen von bpremium verlangen für die Auszahlung von Bonusgewinnen aus Sportwetten das Fünffache des Bonusbetrags und das Fünffache der zugehörigen Einzahlung bei Dezimalquoten ab 1,7; Angebote sind, sofern nicht anders angegeben, nur einmal nutzbar. Das ist eine konkrete Umsatzbedingung, die vor jeder Bonusnutzung gelesen werden sollte.

Sportingbet

Sportingbet wird auf der Whitelist von der Sportingbet (Deutschland) Limited geführt, ebenfalls mit einer Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 21.12.2022. Auch Sportingbet gehört zur Entain-Gruppe.

Sportingbet erhebt nach den eigenen Wettregeln eine Steuer von 5 Prozent des Wetteinsatzes nach § 17 des Rennwett- und Lotteriegesetzes und behält bei gewonnenen Wetten 5 Prozent des Bruttogewinns (Einsatz mal Quote) ein. Damit gibt Sportingbet einen Teil der Sportwettensteuer an den Kunden weiter, und zwar auf eine Weise, die für den Spieler transparenter ist als ein versteckter Quotenabschlag: Wer weiß, dass 5 Prozent des Bruttogewinns einbehalten werden, kann die Nettorendite vorab berechnen.

Tipwin

Tipwin wird auf der Whitelist von der Tipwin Limited geführt, mit einer ersten Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und Folgeerlaubnissen vom 27.12.2022 und 09.01.2024.

Der Sportwetten-Willkommensbonus von Tipwin beträgt 100 Prozent der Einzahlung bis maximal 100 Euro. Einzahlung und Bonus müssen zusammen vor einer Auszahlung mindestens siebenmal in Sport- und Livewetten eingesetzt werden, je Wettschein zählen höchstens 100 Euro, und nur Wettscheine mit einer Quote ab 1,80. Das ist eine vergleichsweise moderate Umsatzbedingung (siebenfach, nicht zehnfach oder fünfzehnfach), mit einer Mindestquote von 1,80, die unterhalb der gängigen Schwelle von 2,00 liegt — Handicap-Linien mit ihren typischerweise knappen Quoten kommen damit in der Regel in Frage.

Was die Whitelist zeigt und was sie nicht zeigt

Die Whitelist der GGL beantwortet eine einzige Frage: Darf dieser Anbieter in Deutschland Sportwetten vermitteln? Sie beantwortet nicht die Frage, wie gut das Handicap-Programm eines Anbieters ist, wie hoch die Quoten sind oder welche Live-Funktionen verfügbar sind.

Die erste Erlaubnis für die meisten Anbieter auf der Liste datiert auf den 09.10.2020. Das ist kein Zufall: An diesem Tag lief die Übergangsfrist des Glücksspielstaatsvertrags 2021 aus, und Anbieter, die bis dahin eine Erlaubnis beantragt und bewilligt bekommen hatten, wurden in die erste Whitelist aufgenommen. Spätere Erteilungen wie bei Tipico (09.12.2022), Sportingbet (21.12.2022), VBet (05.12.2023) oder LeoVegas (21.10.2024) zeigen, dass die Behörde auch nach der ersten Welle neue Erlaubnisse ausstellt — entweder als erste Erlaubnis für neue Anbieter oder als Folgeerlaubnis nach Ablauf der ersten Fünf-Jahres-Periode.

Eine Erlaubnis wird nach § 4c Abs. 1 GlüStV für fünf Jahre erteilt. Die Whitelist führt nur das Datum der Erteilung, kein Enddatum. Wer nachschauen will, ob eine Erlaubnis noch läuft, muss beim Datum der Erteilung anfangen und fünf Jahre hinzurechnen — oder die Whitelist erneut prüfen, weil eine ausgelaufene Erlaubnis aus der Liste gestrichen wird.

Die Whitelist vom 02.10.2026 führt insgesamt 27 Inhaber mit einer Sportwetten-Erlaubnis (zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten-Erlaubnis) und drei weitere Inhaber nur für Pferdewetten. Die hier verglichenen zehn Anbieter sind also ein Ausschnitt, nicht der gesamte erlaubte Markt. Eine Erlaubnis außerhalb dieses Kreises ist möglich; die zehn in dieser Liste sind nach Datum der Ersterteilung sortiert, nicht nach Qualität.

Welcher Anbieter für wen passt

Die Wahl des richtigen Anbieters hängt davon ab, was gesucht wird.

Wer nur eine Wettsteuer-Weitergabe akzeptiert, die er genau nachvollziehen kann, ist bei Sportingbet mit der ausdrücklichen 5-Prozent-Regelung auf den Bruttogewinn am transparentesten aufgehoben. Wer die niedrigere Mindestquote bei Bonusumsatz schaetzt, ist bei Tipwin mit 1,80 statt 2,00 im Vorteil. Wer ohnehin einen der etablierten Anbieter mit langer Whitelist-Historie nutzt, ist bei Tipico, bet365 oder NEO.bet mit Erlaubnis seit 2020 auf der sicheren Seite.

Wer gezielt asiatische Handicap-Linien auch für kleinere Ligen sucht, sollte das aktuelle Wettprogramm prüfen, weil die Whitelist darüber keine Auskunft gibt. Was die Erlaubnis garantiert, ist die Legalität des Angebots; was das Wettprogramm garantiert, ist das Vorhandensein bestimmter Linien.

Wer Wert auf eine ausführliche Erklärung der Handicap-Mechanik direkt beim Anbieter legt, findet bei AdmiralBet eine der wenigen Stellen im deutschen Markt, an der die Aufteilung eines Viertel-Handicaps in zwei Hälften explizit beschrieben wird.

Häufige Fragen zu Asian Handicap bei deutschen Wettanbietern

Was sind Asian-Handicap-Wetten, und wie unterscheiden sie sich von der klassischen Dreiweg-Wette?

Eine Asian-Handicap-Wette eliminiert das Unentschieden als Wettergebnis und gleicht stattdessen den Stärkeunterschied zwischen beiden Mannschaften durch ein fiktives Tor aus. Der Außenseiter startet mit einem Tor Vorsprung, der Favorit mit einem Tor Rückstand. Gewonnen ist die Wette, wenn das getippte Team nach Addition des Handicaps vorne liegt. Die klassische 1X2-Wette kennt dagegen drei Ausgänge, Sieg Heimmannschaft, Unentschieden oder Sieg Auswärtsmannschaft, mit jeweils eigener Quote.

Wie funktioniert ein Viertel-Handicap, und wie wird der Einsatz dabei aufgeteilt?

Ein Viertel-Handicap teilt den Einsatz zu gleichen Teilen auf zwei benachbarte Handicap-Linien auf. Bei +0,25 stehen 50 Prozent auf dem Handicap 0 (Ganzzahl, mit Rückerstattung bei Unentschieden) und 50 Prozent auf +0,5 (Halbzahl, ohne Rückerstattung). Bei 100 Euro Einsatz liegt also die eine Hälfte auf der „sicheren“ Linie mit Push-Möglichkeit, die andere Hälfte auf der „scharfen“ Linie ohne Push. Das Ergebnis ist eine Wette, die zwischen voller Sicherheit und voller Schärfe liegt.

Wann wird der Einsatz bei einem ganzen Handicap zurückerstattet?

Der Einsatz wird zurückerstattet, wenn das Ergebnis nach Addition des Handicaps genau unentschieden ist. Beispiel: Wette Team A mit Handicap -1, Endstand tatsächlich 2:1. Mit Handicap ergibt das rechnerisch 1:1 — der Einsatz geht vollständig zurück, ohne Gewinn und ohne Verlust. Bei halben Handicaps wie -1,5 oder +0,5 gibt es diese Rückerstattung nicht, weil ein halbes Tor Unentschieden rechnerisch nie zustande kommt, eine Seite gewinnt immer.

Wie ist ein Handicap bei Live-Wetten zu verstehen, und was gilt in Deutschland für Wetten während eines laufenden Spiels?

Bei Live-Handicaps bezieht sich das Handicap üblend nur auf die Restspielzeit. Der Spielstand zum Zeitpunkt der Wettabgabe wird als 0:0 gewertet. Wer bei einem Stand von 1:0 auf das Heimteam mit Handicap -0,5 setzt, wettet darauf, dass die Heimmannschaft in der verbleibenden Spielzeit mindestens ein Tor mehr erzielt als die Auswärtsmannschaft. In Deutschland sind Live-Wetten während eines laufenden Ereignisses nach § 21 Abs. 4 GlüStV nur eingeschränkt zulässig, erlaubt sind Wetten auf das Endergebnis und auf Komponenten wie das nächste Tor im Fußball oder den nächsten Satz im Tennis, sofern diese Ereignisse im jeweiligen Sport selten sind.

Bei welchen Wettanbietern mit deutscher Erlaubnis gibt es Handicap-Wetten, und wie lässt sich das über die GGL-Whitelist prüfen?

Eine deutsche Erlaubnis für Handicap-Wetten haben alle Anbieter, deren Domain mit einer Sportwetten-Erlaubnis auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder steht. Die Whitelist wird von der GGL unter glücksspiel-behoerde.de veröffentlicht und nach § 9 Abs. 8 GlüStV geführt; sie listet Domain und Erlaubnisinhaber mit Datum der Erteilung. Ob ein konkreter Anbieter tatsächlich asiatische Handicap-Linien anbietet, sagt die Whitelist nicht, das steht im Wettprogramm des Anbieters. Geprüft wird also zweistufig: erst die Erlaubnis auf der Whitelist, dann das Handicap-Programm im Wettprogramm.

Wie wirken Marge und Sportwettensteuer von 5,3 % auf die Quoten eines Handicaps?

Eine Marge von fünf Prozent bedeutet, dass der Anbieter bei einem Zwei-Wege-Markt mit beiden Seiten zu Quote 1,90 etwa fünf Cent von jedem eingesetzten Euro einbehält, unabhängig davon, welche Seite gewinnt. Die Sportwettensteuer von 5,3 Prozent der Bemessungsgrundlage Einsatz abzüglich Steuer selbst, also rund 5,03 Prozent des eingezahlten Betrags, schuldet der Veranstalter. Wie der Anbieter sie weitergibt, variiert: Manche schlagen sie auf den Einsatz auf, manche ziehen sie vom Bruttogewinn ab, manche tragen sie selbst. Die Nettorendite für den Spieler hängt von der Kombination ab, nicht von der Steuer allein.

Inhalt erstellt vom Team «wettbonusinfo»